3. Integrative Trauma-Beratung und Traumapädagogik – ITB

Lizenzierung durch die DeGPT

Betreuung traumatisierter Menschen außerhalb formeller therapeutischer Rahmenbedingungen. Bei Bedarf können die Kursinhalte auf die Interessen bestimmter Zielgruppen angepasst werden.
Die ITB Ausbildung orientiert sich an der Empfehlung der DeGPT und verbindet gestalttherapeutisch-humanistische lernpsychologisch-verhaltenstherapeutische und systemische Ansätze zu einem Bündel von Interventionen. Aus ihm kann, den posttraumatischen Entwicklungen und Bedürfnissen bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern entsprechend, eine jeweils individuelle Auswahl getroffen werden, mit Hilfe derer die destruktiven Auswirkungen posttraumatischer Reaktionen reduziert und Selbstheilungskräfte stimuliert werden.

Unsere Ausbildung in Integrativer Trauma-Beratung (ITB) umfasst mehrere Module
7 Module – 14 Kurstage – 140 Unterrichtseinheiten (UE)
Diese bauen zwar aufeinander auf, können aber auch individuell gebucht werden. Für jedes Modul erhalten die TeilnehmerInnen eine Einzelbestätigung. Bei Teilnahme am gesamten Curriculum wird ein Zeugnis ausgestellt. Die Ausbildungsinhalte richten sich an alle Interessierten aus den Berufsgruppen des Sozial- und Gesundheitswesens. Ein Vorwissen zu Posttraumatischen Belastungsstörungen ist nicht nötig.

Modul 1 – Grundlagen (1 Tag)

Im Modul 1 wird ein fundierter theoretischer Hintergrund zum Störungsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) vermittelt.
Inhalte sind:

  • Phänomenologie der Akuten Belastungsstörung (ABS) und PTBS
  • Diagnostik der ABS und PTBS
  • Theoretische Modelle zur Ätiologie und Therapie der PTBS
  • Veranschaulichende Übungen an Fallbeispielen
  • Eigene Reflexion und Besonderheiten der Traumathematik

Modul 2 – Grundlagen und Methoden der Traumadiagnostik (2 Tage)

Es werden die besonderen Bedingungen der Gesprähsführung im diagnostischen Interview, im strukturierten Interview (z. B. CAPS), TraumaFragebögen und Checklisten vorgestellt und ihre Anwendung geübt.

Modul 3 – Spezielle Methoden Krisenintervention bei Akuttraumatisierung (1 Tag) & Bearbeitung von Traumafolgesymptomen Non-komplexer Traumatisierung I (1 Tag)

In Modul 3 und 4 werden spezifische Themengebiete sowie Besonderheiten und Schwierigkeiten der Trauma-Therapie/-Beratung behandelt.
Inhalte sind:

  • Techniken der Stabilisierung und Distanzierung auf dem Hintergrund des dialogischen Ansatzes
  • Einführung in die dialogische Exposition
  • Ressourcen markieren und ausbauen: Techniken zur Ressourcenaktivierung und zur Förderung der Affektregulation

Modul 4 – Konfrontative Bearbeitung von Traumafolgesymptomen Non-komplexer Traumatisierung II – Trauma und Beziehung (2 Tage)

Inhalte sind:

  • Notfallpsychologie und Krisenintervention
    Narrative Exposition, Integration der traumatischen Erfahrung, Arbeit an den Intrusionen und Vermeidungsprozessen
  • Umgang mit Schuld, Scham und Wut in Beratung und Therapie,
    Konfrontation mit traumarelevanten Situationen und Interaktionen; Dialogische Exposition
  • Sexualisierte Gewalt und wiederholte Traumatisierung

Modul 5 – Behandlung komplexer Traumafolgestörungen einschließlich dissoziativer Phänomene I (2 Tage)

Inhalte sind:

  • Selbstprozesse der TherapeutInnen / BeraterInnen
  • Umgang mit Grenzen: funktionale und dysfunktionale kognitive und emotionale Prozesse in der posttraumatischen Entwicklung
  • Traumaerfahrungen der TherapeutInnen / BeraterInnen
  • Gefahren der Reaktivierung des Traumageschehens in der Therapie-/Beratungs-Beziehung

Modul 6 – Behandlung komplexer Traumafolgestörungen II (1 Tag) & Selbsterfahrung und Psychohygiene (1 Tag)

Inhalte sind:

  • Komplexe PTBS: Beratungsmethoden für die posttraumatischen Phasenverläufe
    Sicherheit, Stabilität, Konfrontation & Integration
    Arbeit mit Täter – Introjekten;
  • Krieg, Folter, Flucht und Migration als Quelle von PTBS

Modul 7 – Traumainduzierte Dissoziation und Fallsupervision (Minimum 2 Tage, empfohlen mehrere Tage)

7a – Beratung bei traumainduzierten Dissoziativen Störungen (1 Tag)
7b – Gruppensupervision (mindestens 1 Tag – empfohlen mehrere Tage)

Die TeilnehmerInnen stellen mindestens drei PTBS-Fälle und ihr methodisches Vorgehen in der Traumaberatung vor und dokumentieren die Fälle. Die Abschlussbescheinigung erfolgt nach einem Fallkolloquium.

Wir empfehlen, das gesamte Curriculum in der angebotenen Reihenfolge zu besuchen.

Kosten:
220.- Euro pro Kurstag

Letztes Update dieser Informationen: Februar 2017