1.1 Mehrphasige Integrative Trauma-Therapie – MITT

Lizenzierung durch die DeGPT

7 Module – 14 Kurstage – 140 Unterrichtseinheiten (UE)
Seit Beginn 2015 mit neuer Modulstruktur // MIT München

Die Ausbildung der Mehrphasigen Integrativen Trauma Therapie (MITT) orientiert sich an der Empfehlung der DeGPT und verbindet gestalttherapeutisch-humanistische, lernpsychologisch-verhaltenstherapeutische und systemische Ansätze. Aus ihm kann, den posttraumatischen Entwicklungen und Bedürfnissen bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern entsprechend, eine jeweils individuelle Auswahl getroffen werden, mit Hilfe derer die destruktiven Auswirkungen posttraumatischer Reaktionen reduziert und Selbstheilungskräfte stimuliert werden.

Unsere Ausbildung umfasst mehrere Module (7 Module, 14 Kurstage, 140 Übungseinheiten). Diese bauen zwar aufeinander auf, können aber auch individuell gebucht werden. Für jedes Modul erhalten die TeilnehmerInnen eine Einzelbestätigung. Bei Teilnahme am gesamten Curriculum wird ein Zeugnis ausgestellt. Die Ausbildungsinhalte richten sich an alle Interessierten aus den Berufsgruppen des Sozial- und Gesundheitswesens. Ein Vorwissen zu Posttraumatischen Belastungsstörungen ist nicht nötig.

Ziele der Ausbildung sind:

  • der Erwerb von theoretischen und praktischen Kenntnissen für die therapeutische Arbeit mit Menschen, die unter Akuter und/oder Posttraumatischer Belastungsstörung leiden
  • das Erkennen destruktiver und kreativer Facetten in der Beziehungsgestaltung traumatisierter Menschen, um diese in der Therapie zu bearbeiten bzw. nutzen zu können
  • die Arbeit mit multipel und über längere Zeit traumatisierten Menschen bzw. Menschen, deren traumatische Erfahrung schon lange Zeit zurück liegt
  • die Verfestigung des eigenen therapeutischen Stils

Die Module im Überblick:
Buchung en bloc oder auch als einzelne Module möglich!

Modul 1 – Grundlagen (1 Tag) und Methoden der Traumadiagnostik (1 Tag)

Im Modul 1 wird ein fundierter theoretischer Hintergrund zum Störungsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und die Praxis der Traumadiagnostik vermittelt.

Inhalte sind:

  • Phänomenologie der Akuten Belastungsstörung (ABS) und PTBS
  • Theoretische Modelle zur Ätiologie und Therapie der PTBS
  • Veranschaulichende Übungen an Fallbeispielen
  • Eigene Reflexion und Besonderheiten der Traumathematik

Traumadiagnostik: 
Es werden die besonderen Bedingungen der Gesprächsführung im diagnostischen Interview, im strukturierten Interview (z. B. CAPS), Trauma Fragebögen und Checklisten vorgestellt und ihre Anwendung geübt.

Modul 2 – Spezielle Methoden der Traumatherapie (2 Tage)

Im Modul werden spezifische Themengebiete sowie Besonderheiten und Schwierigkeiten der Trauma-Therapie/-Beratung behandelt.

Inhalte sind:

  • Techniken der Stabilisierung und Distanzierung auf dem Hintergrund des dialogischen Ansatzes (Phase 1 und 2 nach Butollo & Karl, 2014, 2. Aufl.)
  • Verfahren der Exposition, Entspannung, Sicherheitsregulation
  • Ressourcen markieren und ausbauen: Techniken zur Ressourcenaktivierung und zur Förderung der Affektregulation

Modul 3 – Spezielle Methoden Krisenintervention bei Akuttraumatisierung (1 Tag) & Bearbeitung von Traumafolgesymptomen Non-komplexer Traumatisierung I (1 Tag)

Inhalte sind:

  • Notfallpsychologie und Krisenintervention, Narrative Exposition, Integration der traumatischen Erfahrung, Arbeit an den Intrusionen und Vermeidungsprozessen
  • Kognitive Traumatherapie, Expositionsverfahren, Dialogische Exposition, EMDR
  • Selbstprozesse der TherapeutInnen / BeraterInnen

Modul 4 – Konfrontative Bearbeitung von Traumafolgesymptomen Non-komplexer Traumatisierung II – Trauma und Beziehung (2 Tage)

Inhalte sind:

  • Kognitive Traumatherapie, Expositionsverfahren, Dialogische Exposition
  • Selbstprozesse der TherapeutInnen / BeraterInnen
  • Umgang mit Grenzen: funktionale und dysfunktionale kognitive und emotionale Prozesse in der posttraumatischen Entwicklung
  • Traumaerfahrungen der TherapeutInnen / BeraterInnen
  • Gefahren und Chancen der Reaktivierung des Traumageschehens in der Therapie-/Beratungs-Beziehung

Modul 5 – Behandlung komplexer Traumafolgestörungen einschließlich dissoziativer Phänomene I (2 Tage)

Inhalte sind:

  • Komplexe PTBS: Therapiemethoden für die posttraumatischen Phasenverläufe Sicherheit, Stabilität, Konfrontation & Integration, Arbeit mit Täter – Introjekten
  • Umgang mit Schuld, Scham und Wut in Beratung und Therapie, Konfrontation mit traumarelevanten Situationen und Interaktionen; Dialogische Exposition
  • Sexualisierte Gewalt und wiederholte Traumatisierung

Modul 6 – Behandlung komplexer Traumafolgestörungen II (1 Tag) & Selbsterfahrung und Psychohygiene (1 Tag)

Inhalte sind:

  • Krieg, Folter, Flucht und Migration als Quelle von PTBS
  • Kultursensitive Traumatherapie
  • Psychohygiene für PsychotherapeutInnen:
  • Selbstdiagnose von sekundärer Traumatisierung und Burnout

Modul 7 –Fallsupervision (Minimum 2 Tage, empfohlen mehrere Tage)

Gruppensupervision
Die TeilnehmerInnen stellen mindestens sechs PTBS-Fälle und ihr methodisches Vorgehen in der Traumatherapie vor und dokumentieren die Fälle. Die Abschlussbescheinigung erfolgt nach einem Fallkolloquium

Wir empfehlen, das gesamte Curriculum in der angebotenen Reihenfolge zu besuchen.

Kosten:
220.- Euro pro Kurstag
Link zur Buchung der Seminare

Letztes Update dieser Informationen: Februar 2017